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Berlin ist so tot wie die „Luise“

3. September 2026
Berlin ist so tot wie die „Luise“

Es scheint schon zum Jahreswechsel geschehen zu sein. Ich bemerkte es eben erst im Vorbeigehen: Die „Luise“ ist tot. Sie war ein Biergarten im sogenannten Edelviertel Berlins, in Dahlem. Für eine ganze Generation meiner nahegelegenen Schule war die „Luise“ allerdings viel mehr als das.


Sie war die Kulisse, vor der sich für fast jeden "Arndter" ein Teil seines Erwachsenwerdens abspielte. Ob er nun selbst immer wieder dort war (wie viele), den Laden hasste (wie einige) oder ihn kaum kannte (wie wenige). In der „Luise“ spielten sich die Dramen und Komödien der späten Jugend ab, die einen das Leben lang begleiten – in der einen oder anderen Weise für jeden. Denn fanden sie nicht dort statt, so wurden sie gewiss dort vorbereitet, nachverhandelt oder die Kunde über sie in unendlichen Varianten weiterverbreitet. Das ließ sich nicht vermeiden, wenn man ein „Arndter“ war.


Jetzt ist sie weg. Ich sitze ihrer Bauruine gegenüber bei einem Kaffee und höre einem Dahlemer an seinem Telefon zu: „Alles! Alles ist scheiße geworden. Natürlich wegen der Merkel! Dass die noch keiner erschossen hat!“


Dahlem soll noch heute ein Edelbezirk sein. Nach Berliner Verhältnissen zumindest. Dass ein Mann seines Alters hier laut und deutlich solche Sätze sagt – und keiner auch nur schräg schaut – war vor Kurzem noch undenkbar. Berlin hat sich verändert, seit ich im Exil bin. Über das Ende der „Luise“ machte Eigentümer Matthias Wegert gegenüber der „Morgenpost“ laut RBB „die seit der Corona-Pandemie stark gestiegenen Kosten“ verantwortlich.


Wer Matthias Wegert und die „Luise“ kannte, weiß, dass er lügt. Wegert war einer der übelsten Corona-Faschisten und zog in seiner „Luise“ ein Regime auf, das damals selbst die Mitläufer abstieß. Er hat nun geerntet, was er säte. Wie die übrigen Berliner.


Sie alle haben es verdient. Trotzdem tut es mir leid um sie.

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