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Ehen zwischen Homosexuellen sind wie Geschlechtswechsel: Selbstbetrug

17. Juli 2026
Ehen zwischen Homosexuellen sind wie Geschlechtswechsel: Selbstbetrug

Ein verbreitetes Missverständnis ist, Ehe hätte etwas mit Liebe zu tun. Die entsprechende Romantisierung ist vor allem ein Phänomen der Neuzeit. Die unromantische Realität ist, dass der Begriff Ehe stets eine Reproduktions- und Haftungsgemeinschaft zwischen Heterosexuellen kennzeichnet, sowohl im weltlichen als auch im religiösen Sinn. Wichtig zu verstehen: Die genannte Reihenfolge bedingt sich gegenseitig. Erst aus der Reproduktionsgemeinschaft folgt die Haftungsgemeinschaft, zuerst für die gemeinsamen Nachkommen, dann füreinander. Reproduktion steht sowohl für die Kirchen als auch für den Staat im Vordergrund. Der Katholizismus betrachtet eine Ehe folgerichtig als „nicht vollzogen“ und damit jederzeit wieder auflösbar, bis der Mann wenigstens einen ersten praktischen Versuch unternommen hat, seine Ehefrau zu begatten. Bekanntlich hat aus Sicht der Orthodoxie jeglicher Beischlaf der Reproduktion und nicht der Freude zu dienen. Aus Sicht des Staates wiederum entspringt einzig der Reproduktionsgemeinschaft das, was ihn selbst trägt und fördert: ein Nettozuwachs des Staatsvolkes. Bei dieser Wette mögen Staat und Kirche zunehmend häufiger verlieren als noch vor wenigen Jahrzehnten. Noch immer aber bleiben sie, um im Casinobild zu bleiben, die Bank und machen mit ihr ein übergroßes Nettoplus. Allem Kulturwandel zum Trotz bleibt die Ehe bis heute nicht nur die formale, sondern auch die häufigste Form heterosexueller Fortpflanzungspartnerschaften.

Keine dieser Haltungen oder die dahinterstehenden Interessen muss man begrüßen. Es gibt im Gegenteil gute Gründe, sie abzulehnen. Tatsache ist aber, dass sie von jeher das Institut der Ehe definierten. Tatsache ist auch: Die Biologie schließt Homosexuelle von der gemeinsamen Reproduktion aus. An dieser Tatsache ändern weder Adoptionen noch die Perversion der „Leihmutterschaft“ etwas. Sie bleibt ein Faktum der Natur. Damit scheidet der Begriff Ehe als historisch eindeutig definiert formal logisch für die Partnerschaften Homosexueller aus. Wer dies feststellt, trifft damit keine Aussage über die Qualität homosexueller Verbindungen oder der Homosexualität im Allgemeinen. Schon gar nicht wertet er die Liebe zwischen Homosexuellen in irgendeiner Form gegenüber der Liebe zwischen Heterosexuellen ab. Er stellt lediglich das Offensichtliche fest: Die Partnerschaft zwischen Homosexuellen Ehe zu nennen, ist bestenfalls eine Dummheit – viel eher aber ein ideologischer Versuch der Begriffsumdeutung, ein untauglicher Versuch vermeintlicher Selbstaufwertung einer Minderheit gegenüber einer Mehrheit. Ebenso wenig aber, wie ein Mann durch Frauenkleider das Geschlecht wechseln kann, lässt sich Ehe umdeuten zur Sammelbezeichnung menschlicher Liebespartnerschaften. Dafür besteht auch kein Grund.

Schwule und Lesben wurden über die Jahrhunderte immer wieder erniedrigt und verfolgt – einzig weil sie ihrer Natur nach anders sind als die Mehrheit ihrer Spezies. Diese Übergriffigkeit innerhalb der eigenen Art zeigt der Mensch bekanntlich in vielen Zusammenhängen und nicht minder nach außen. Die immer gleiche und unbeantwortete Frage bleibt, wie wir lernen, sie zu überwinden. Durch Leugnung jedenfalls gewiss nicht, und nichts anderes als Leugnung ist der Versuch der Auflösung von Unterschieden durch Auflösung der Begriffe, die sie kennzeichnen. Die Lebensgemeinschaft zwischen Homosexuellen erfährt nicht dadurch Gleichwertigkeit, dass sie zur Ehe umetikettiert wird. Solcher Etikettenschwindel per Gesetz ist auch keine „natürliche Bedeutungswandlung“, wie manche fabulieren, sondern das genaue Gegenteil.

Die selbstverständliche Forderung von Homosexuellen ist die Anerkennung der Tatsache, dass ihre Partnerschaften nicht weniger natürlich sind als die der Heterosexuellen. Homosexualität ist und bleibt im Tierreich eine Normalität und eine Geburtseigenschaft, für oder gegen die kein Individuum sich entscheiden könnte. Es erhält sie so wie sein Geschlecht und muss mit beiden gleichermaßen leben. Entsprechend ist es eine Selbstverständlichkeit, dass Homosexuelle den Anspruch haben, ihre Partnerschaften gegenüber denen der Heterosexuellen nicht abgewertet zu sehen – weder rechtlich noch in anderer Weise. Absurd aber bleibt es, durch erzwungene Umdefinierung des etablierten Begriffs Ehe ihrer Verbindung nicht nur die real existierende Normalität zu bescheinigen, sondern sie zugleich der Reproduktionsverbindung Heterosexueller als identisch zu definieren. Der Impetus dazu mag aus der erfahrenen Kränkung verständlich sein. Das ändert jedoch nichts an der Aussichtslosigkeit des Unterfangens. Vor allem aber taugt solcher Sprachvandalismus nicht zur Verringerung von Ungerechtigkeit, viel eher vergrößert er sie.

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