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Hamas-Massaker vom 7. Oktober: Netanjahus Adjutant fordert Untersuchungsausschuss

11. Oktober 2026
Hamas-Massaker vom 7. Oktober: Netanjahus Adjutant fordert Untersuchungsausschuss

Generalmajor Avi Gil, Benjamin Netanjahus ehemaliger Militärsekretär, der ihn am Morgen nach dem Anschlag geweckt hat, hat nach drei Jahren sein Schweigen in einem Video-Interview gebrochen. Er behauptet, dass Netanjahu Monate vor dem Hamas-Überfall Warnungen erhalten habe und dass die Anrufprotokolle vom 7. Oktober später vom Büro des Premierministers verändert worden seien. Auch hätten die israelischen Geiseln früher freikommen können – politische Faktoren hätten die Deals jedoch blockiert. Netanjahu bestreitet diese Behauptungen.

Hintergrund:

Der Hamas-Überfall vom 7. Oktober 2023 auf Israel war ein Massaker: Nach übereinstimmenden Angaben wurden rund 1.200 Menschen ermordet und 250 Israelis verschleppt. Israel führt seither einen Krieg gegen die Terrororganisation, der seinerseits eskalierte und der Führung des Landes sowie seiner Armee (IDF) international immer wieder den Vorwurf von Kriegsverbrechen gegen Zivilisten einbringt.

Bereits kurz nach dem 7. Oktober 2023 kamen in Israel von vielen Seiten Zweifel und Fragen auf, wie die sonst stets bestens informierten Geheimdienste Shin Bet und Mossad von der Hamas so übertölpelt werden konnten und weshalb Verteidigungstruppen vor Ort zunächst kaum verfügbar waren. Das Totalversagen des israelischen Sicherheitsapparats stand im krassen Gegensatz zu allem, was man von ihm gewohnt war. Es gab Gerüchte, Netanjahu sei von ausländischen Geheimdiensten vor dem Anschlag gewarnt worden, habe diese Warnungen aber ignoriert.

Gegen Benjamin Netanjahu und seine Regierung kam schließlich der Vorwurf eines bewussten Zulassens („Let it happen“) des Hamas-Massakers auf. Genährt wurden diese Vorwürfe durch die genozidalen Parolen gegen sämtliche Palästinenser von Netanjahus Koalitionspartnern, die sich offen als „Faschisten“ bezeichnen – allen voran „Sicherheitsminister“ Itamar Ben-Gvir. Er forderte 2026 beispielsweise „jede Nacht 30, 40 (Menschen in Gaza zu) entfernen“ – ausdrücklich nicht nur unmittelbare Bedrohungen. Laut Ben-Gvir sind diese Ziele „Leute, die es nicht verdient haben zu leben. (...) Sie sind nicht einmal Menschen.“

Ließ Israels Regierung also tatsächlich die Ermordung, Verschleppung und Folter so vieler ihrer Bürger zu, um einen Vorwand für ihren heutigen Feldzug zu konstruieren? Vielen schien diese Vorstellung zu abgründig – vergleichbar mit den Vorwürfen gegen die US-Führung beim Anschlag auf das World Trade Center 2001. Die Enthüllungen von IDF-Generalmajor Avi Gil erhärten diesen Verdacht nun erheblich. Gil fordert staatliche Untersuchungsausschüsse und hat bekannt gegeben, „hunderte Seiten persönlicher Notizen“ aus der fraglichen Zeit vorlegen zu können, um eine solche Untersuchung zu unterstützen.


Video-Interview mit Avi Gil: https://x.com/UnxeptableD/status/2108434712863875256

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