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KI-Klugscheißer: Die neue Geißel des Internets

21. August 2026
KI-Klugscheißer: Die neue Geißel des Internets

Bisher existierte allein der Typ des „anonymen Klugscheißers“. Er war die einzige genuine Geißel des Internets, ein Menschenschlag, der nur dort existieren kann. Ein Feigling, der in der Anonymität des Netzes das macht, was er sich im realen Umgang nie traut: anderen seine Meinung zu sagen. Sein Nachholbedarf und sein aufgestauter Frust sind dabei meist so groß, dass seine anonyme Meinungsverbreitung im Netz meist fäkal-vulgär und mit dem Maximum der ihm möglichen Herablassung verfasst ist.


Die vorbestehende Kränkung dieses Patiententypus wird dadurch nicht besser, dass seine Einzigartigkeit nun dahin ist. Seit „künstliche Intelligenzen“ nämlich jedermann zur Verfügung stehen, ist eine weitere Gattung entstanden: die des KI-Klugscheißers.

Der KI-Klugscheißer sendet anderen ungefragt die Abfallprodukte seines KI-Konsums, die er für „Ergebnisse“ hält, gar „bahnbrechende“ und „mit Sprengkraft“. Es sind Konvolute aus Maschinentext, die ChatGPT, Claude oder Grok dem KI-Klugscheißer auf dessen Eingaben hin produzierten und die jener implizit für eine ihm zurechenbare Leistung hält – weil er ja schließlich der Maschine die Stichworte lieferte. Ausweislich seiner Begleittexte bei ungefragter Zusendung solcher Abfallprodukte ist der KI-Klugscheißer von seiner „Eigenleistung“ meist sehr ergriffen und wähnt sich als Entdecker einer epochenbildenden Erkenntnis oder Erschaffer eines ebensolchen Kunstwerkes in Ton oder Bild.


Damit weist er eine Nähe zu einzelnen Schizophrenie-Kriterien auf. Wie der anonyme Klugscheißer ist der KI-Klugscheißer ob seiner Einsamkeit und Verblendung – und möglichen realen Grundkrankheit – grundsätzlich bemitleidenswert. Als Opfer seiner Kontaktsuche allerdings fällt es schwer, dieses Mitleid zu gewähren. Beide Gattungsvertreter sind in ihrer Übergriffigkeit maßlos, und die einzig richtige Reaktion auf sie ist das Ignorieren.

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