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Weshalb immer Israel?

18. Oktober 2026
Weshalb immer Israel?

Ich mag Israel: die Menschen dort und das Land sind mir sympathisch. Tel Aviv ist eine meiner liebsten Städte. Weder bin ich Christ noch sonst religiös, trotzdem fühle ich mich nach der christlichen Kultur auch der jüdischen enger verbunden als allen anderen. Den Bürgern Israels wünsche ich alles Glück der Welt und bejahe ausdrücklich deren uneingeschränktes Recht, sich gegen Angriffe jeder Art – wie den Terror der Hamas – zu verteidigen. Für Israels Regierung hingegen fehlt mir jede Sympathie. Aus meiner Sicht begeht sie Kriegsverbrechen. Wer solche Kritik von mir als „Antisemitismus“ zu diffamieren versucht, den kann ich nicht ernst nehmen. Gleiches gilt für Menschen, die die Interessen des Staates Israel mit einer angeblich homogenen Interessengruppe „der Juden“ gleichsetzen. Juden als Religionsgemeinschaft sind weder deckungsgleich mit dem Staat Israel, noch hat dieser irgendeine Legitimität oder Plausibilität, für „die Juden“ als vermeintliches Ganzes zu sprechen.

Das alles aber tut nichts zur Sache, wenn es um die Probleme und Interessen meines eigenen Landes geht. Weder Deutschland noch seine Bürger oder gar ich selbst „schulden“ Israel heute irgendetwas. Der Verbrechen meiner Vorfahren bin ich mir so bewusst wie ihrer Heldentaten. Keine von beiden werfe ich mir selbst vor oder rechne sie mir als Leistung zu. Ich bin weder stolz auf Deutschlands Erfinder und Künstler noch schäme ich mich für seine Naziverbrecher. Ich bin der Ansicht, dass meine Nation und ihre Funktionäre die Interessen der Deutschen vor die Interessen aller anderen Nationen zu setzen haben – unter der Maßgabe einer friedlichen und idealerweise konstruktiven Koexistenz mit allen anderen Nationen und Völkern.

Ich verstehe nicht, wie es sein kann, dass die Führung Deutschlands oder anderer Völker pausenlos auf die Interessen Israels rekurriert und diese als „unsere eigenen“ zu inszenieren versucht? Die Interessen Israels scheinen in der Politik der „Europäischen Union“, der „NATO“ allgegenwärtig. In Deutschland betreiben die angeschlossenen Medien dieser Organisationen ununterbrochen eine Erbschuldkampagne gegen das deutsche Volk. Von „Spiegel“ bis „Bild“ wird derzeit wieder versucht, allen Deutschen einzureden, sie müssten sich mit der „Nazivergangenheit“ ihrer eigenen Familie „auseinandersetzen“. Diese Propaganda ist so billig wie durchschaubar in ihrer Zielsetzung. Sie steht offenkundig allen Interessen der Deutschen und ihrer Nation diametral entgegen. Aus meiner Sicht dient sie ebenfalls nicht den Interessen der Bürger Israels oder gar "der Juden" sondern allenfalls wenigen Teilen von deren „Eliten“.

Es gab und gibt keine Nation, deren Interessen größtenteils oder gar vollständig deckungsgleich mit denen einer anderen sind. Das ist eine Binse. Die Interessen Israels sind nicht die Interessen Deutschlands und werden es nicht sein. Auch haben Deutsche heute keinerlei „besondere Verpflichtungen“ gegenüber Israel als Nation oder Juden als Glaubensgemeinschaft. Auch in dieser Hinsicht ist Israel nichts Besonderes, denn Gleiches gilt für alle anderen Länder. Die Allgegenwärtigkeit der (angeblichen) Interessen Israels oder „der Juden“ bestimmt dennoch zu einem großen Teil die mainstreamgesteuerten Debatten aller Politikbereiche Deutschlands – von der Außen- bis tief in die Innenpolitik. Wie kann das sein?

Bis zum Beweis des Gegenteils spricht alle Wahrscheinlichkeit und Lebenserfahrung dafür, dass die Drahtzieher dieser Debatten und Kampagnen planvoll und systematisch gegen die Interessen Deutschlands und seiner Bürger arbeiten - und dazu auch "die Juden" für eine nicht existente Vertretungsmacht dieser Glaubensgemeinschaft durch den Staat Israel missbrauchen. Weshalb machen diese Drahtzieher immer wieder Israel zum Bezugspunkt aller deutschen Politik? Weshalb ordnen sie dessen Interessen immer wieder denen ihres eigenen Volkes über?

Aus meiner Sicht ist diese Frage – neben der Remigration – die entscheidende für das Gelingen jedes Neuanfangs in Deutschland.

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