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Rüstungsausgaben als "Investition" beworben: Axel-Springer verherrlicht die Ausbeutung seiner Leser
Axel Springer bezeichnet Rüstungsausgaben als Investition – doch das ist weder formal noch faktisch korrekt.
Selbstverteidigung/Sichere Kommunikation
Sichere Kommunikation
6 Min·3 Fragen· Verschlüsselung ist heute weitgehend gelöst — Ende-zu-Ende ist Standard. Die spannendere Frage ist eine andere: Wer weiß eigentlich, mit wem du sprichst? Genau hier trennt sich die Spreu vom Weizen.
Wenn ein Geheimdienst nicht den Inhalt einer Nachricht lesen kann, dann interessiert er sich für das Drumherum — für die sogenannten Metadaten. Wer hat wann mit wem geschrieben, wie lange, von welchem Gerät, von welcher IP-Adresse, in welchem Land. Diese Daten sind oft aussagekräftiger als der Text selbst. Wer also einen Messenger danach beurteilt, ob er „verschlüsselt", übersieht den eigentlichen Hebel. Drei Fragen entscheiden:
| Messenger | Identität | Metadaten-Schutz | Sitz / Modell | Empfehlung |
|---|---|---|---|---|
| Threema | Zufällige ID, optional anonym | Sehr gut: kein Adressbuch-Zwang, keine Nummer nötig | Schweiz, kostenpflichtig | Erste Wahl für den deutschsprachigen Alltag |
| Session | Zufällige Account-ID, anonym | Onion-Routing über dezentrales Knoten-Netz, keine Nummer | Dezentral, Schweizer Stiftung | Wenn maximale Anonymität wichtiger als Komfort ist |
| SimpleX | Keine User-IDs — nur einmalige Verbindungs-Tokens | Architektonisch führend: keine permanente Kennung | Stiftung, Open Source | Für technisch versierte Privatsphäre-Maximalisten |
| Briar | Peer-to-Peer, keine Server | Funktioniert über Tor, lokales WLAN oder Bluetooth | Open-Source-Projekt | Für Krisen, Reisen, Aktivismus — offline-tauglich |
| Nostr (DM-fähige Clients) | Schlüsselpaar statt Konto, kein Provider hinter dir | Direktnachrichten verschlüsselt; Metadaten verteilt über Relays | Offenes Protokoll, kein Betreiber | Strategisch interessant — schwer abzuschalten |
| Telegram | Telefonnummer | Standard-Chats nicht E2E; „Secret Chats" optional | Dubai, intransparente Struktur | Nicht als „sicherer Messenger" verkaufen |
| Telefonnummer | E2E ja — Metadaten landen vollständig bei Meta | USA, Meta-Konzern | Bequem, aber nicht privat | |
| Signal | Telefonnummer (Username optional) | Inhalte stark; Server in den USA, Anschubfinanzierung historisch aus US-Regierungsumfeld | USA, Stiftung | Technisch solide — politisch nicht jedermanns Wahl |
Wer in Familie und Beruf einen Messenger sucht, der den Großteil der WhatsApp-Funktionen ersetzt, ohne dass die Verwandtschaft kündigt: Threema. Schweizer Datenschutz, einmaliger Kaufpreis, ID-basiert — und in Deutschland, Österreich und der Schweiz weit genug verbreitet, um durchzukommen.
Wer mit Quellen, Journalisten oder Anwälten spricht und keine Telefonnummer weitergeben will: Session oder SimpleX. Beide sind in der Bauweise so angelegt, dass schon die Frage „mit wem schreibt der eigentlich?" technisch ins Leere läuft.
Wer in Krisensituationen, auf Reisen oder ohne Internet kommunizieren können muss: Briar. Es arbeitet bei Bedarf rein peer-to-peer über Bluetooth oder lokales WLAN und ist damit der einzige hier gelistete Messenger, der bei einer Internet-Abschaltung weiterläuft.
Wer langfristig denkt und sich nicht mehr auf einzelne Konzerne verlassen will: Nostr. Das Protokoll funktioniert ohne Betreiber, die Identität ist ein Schlüsselpaar, das niemand sperren kann. Die DM-Funktion in modernen Nostr-Clients ist nicht perfekt, aber sie reift schnell — und sie ist schwer abzuschalten.
Signal bleibt eine technisch starke Option und wird man immer wieder brauchen, weil viele Quellen es nutzen. Wer die ursprüngliche Anschubfinanzierung über staatsnahe US-Programme und den juristischen Sitz in den Vereinigten Staaten als politisches Risiko einordnet, nutzt Signal als Werkzeug nach Bedarf — nicht als Standard. Telegram und WhatsApp gehören aus der Privacy-Perspektive nicht in dieselbe Liga: das eine ist im Default unverschlüsselt, das andere liefert Metadaten an Meta.
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